Zurück zu den Artikeln

Wer erbt ohne Testament? Erbfolge im Schaubild prüfen

TestamentSchreiber-Team·13. April 2026·8 Min·Rechtsstand 2026·Aktualisiert: Oktober 2026
Stammbaum-Diagramm der gesetzlichen Erbfolge in Deutschland mit Ordnungen und Erbanteilen

Kurzantwort · Stand: 20. Oktober 2026: Wer ohne Testament erbt, richtet sich nach den gesetzlichen Erbordnungen und dem eigenen Erbrecht des Ehegatten. Kinder gehören zur ersten, Eltern und deren Abkömmlinge zur zweiten Ordnung (§ 1924 BGB, § 1925 BGB, § 1931 BGB). Prüfe zuerst die Ausgangslage und dann, ob sie deinen Wünschen entspricht. Dieser Ratgeber bietet Orientierung, keine individuelle Rechtsberatung.

Drei kostenlose Rechner für eure Entscheidung

Erst die Ausgangslage prüfen, dann die Gestaltung wählen — ohne Anmeldung. Die Rechner geben eine Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung.

Wer erbt ohne Testament: Fünf Fragen für deine Entscheidung

  1. Gibt es Kinder oder weitere Abkömmlinge? Ja: mit der ersten Ordnung beginnen. Nein: Eltern und deren Abkömmlinge prüfen (§ 1924 BGB, § 1925 BGB).
  2. Bist du verheiratet? Ja: das eigenständige Ehegattenerbrecht und den Güterstand prüfen. Nein: eine bloße Partnerschaft ist im Ehegattenerbrecht nicht erfasst (§ 1931 BGB). Eingetragene Lebenspartnerschaften gesondert nach § 10 LPartG einordnen.
  3. Ist dein Güterstand geklärt? Ja: im Rechner passend auswählen. Nein: Unterlagen prüfen oder Beratung einholen; Zugewinngemeinschaft und Gütertrennung führen nicht immer zum selben Anteil (§ 1371 BGB, § 1931 Abs. 4 BGB).
  4. Sollen auch andere Menschen bedacht werden? Ja: gewünschte Gestaltung fachlich klären. Nein: gesetzliche Ausgangslage trotzdem bewusst prüfen. Eine Erbeinsetzung durch Testament ermöglicht § 1937 BGB.
  5. Entspricht das Ergebnis deinen Wünschen? Ja: Annahmen und Sonderfälle nochmals prüfen. Nein: Ziele und offene Fragen für die Testamentvorbereitung festhalten.

Gesetzliche Erbfolge im Schaubild

1. Kinder und weitere Abkömmlinge
Lebende Kinder schließen ihre eigenen Abkömmlinge aus; an die Stelle eines vorverstorbenen Kindes treten dessen Abkömmlinge (§ 1924 Abs. 2–3 BGB).

2. Wenn keine Erben der ersten Ordnung vorhanden sind: Eltern und deren Abkömmlinge
Dazu können Geschwister zählen; die Verteilung folgt den elterlichen Stämmen (§ 1925 BGB).

3. Danach: Großeltern und deren Abkömmlinge
Die nähere Ordnung schließt die entferntere aus (§ 1926 BGB, § 1930 BGB).

Daneben gesondert prüfen: den Anteil des Ehegatten nach § 1931 BGB und bei Zugewinngemeinschaft die pauschale Erhöhung nach § 1371 Abs. 1 BGB.

Beispielgrafik: Ehepaar mit zwei lebenden Kindern

Annahmen: keine abweichende Verfügung, Ehe besteht, Zugewinngemeinschaft, zwei lebende Kinder, keine Ausschlagung oder sonstigen Sonderfälle. Der Ehegatte erhält ein Viertel nach § 1931 Abs. 1 BGB und ein weiteres Viertel nach § 1371 Abs. 1 BGB; die Kinder teilen den Rest zu gleichen Teilen (§ 1924 Abs. 4 BGB).

Verteilung im beschriebenen Beispiel, nicht für jede Familie.

Der Ehegatte erbt neben Kindern also nicht automatisch alles. Bei Gütertrennung mit zwei Kindern erben Ehegatte und jedes Kind stattdessen zu gleichen Teilen (§ 1931 Abs. 4 BGB). Wähle deshalb im Rechner deine tatsächliche Ausgangslage.

Gesetzliche Erbfolge belassen oder Testament vorbereiten?

Ausgangslage passt

Prüfe, ob alle Annahmen stimmen: Familienstand, Güterstand, lebende und vorverstorbene Angehörige. Ein Rechnerergebnis ist keine Bestätigung deiner persönlichen Rechtslage.

Andere Verteilung gewünscht

Notiere die gewünschten Erben und kläre offene Fragen. Eine testamentarische Erbeinsetzung ist nach § 1937 BGB möglich; Pflichtteilsansprüche bestimmter Angehöriger können bleiben (§ 2303 BGB).

Für die Wahl des nächsten Schritts hilft der Vergleich Testament selbst schreiben oder zum Notar. Wenn bereits eine Verfügung besteht, ordnet der Ratgeber Testament ändern: Wege und Bindungen die nächsten Fragen ein. Dieser Hub bleibt bei der gesetzlichen Ausgangslage und ersetzt keine individuelle Gestaltung.

Wenn deine Gestaltung geklärt ist, kannst du mit dem Testamentschreiber einen Testament-Text zum Abschreiben vorbereiten. Du schreibst es anschließend von Hand ab und unterschreibst es; beim gemeinschaftlichen Testament gilt die Mitunterzeichnung nach § 2267 BGB (§ 2247 BGB, § 2267 BGB). Offene Rechtsfragen gehören zuvor in eine individuelle Beratung.

FAQ

Häufige Fragen: Wer erbt ohne Testament?

Erbt mein Ehepartner automatisch alles?

Nein. Neben Abkömmlingen sieht § 1931 BGB grundsätzlich einen Anteil vor; bei Zugewinngemeinschaft kommt die Erhöhung nach § 1371 BGB hinzu. Das Beispiel oben zeigt den Fall mit zwei Kindern.

Wann erben Enkel statt ihrer Eltern?

An die Stelle eines beim Erbfall nicht mehr lebenden Kindes treten dessen Abkömmlinge. Lebt das Kind noch, schließt es seine Abkömmlinge aus (§ 1924 Abs. 2–3 BGB).

Erben Geschwister neben Kindern?

Als Angehörige der zweiten Ordnung werden Geschwister durch vorhandene Erben der ersten Ordnung ausgeschlossen (§ 1925 BGB, § 1930 BGB).

Erbt mein unverheirateter Partner?

Eine bloße nichteheliche Partnerschaft begründet kein Ehegattenerbrecht nach § 1931 BGB. Für eingetragene Lebenspartnerschaften gilt § 10 LPartG. Eine gewünschte abweichende Gestaltung solltest du gesondert klären.

Kann ein Testament die Verteilung ändern?

Eine Erbeinsetzung durch Testament ist nach § 1937 BGB möglich. Dabei können Pflichtteilsansprüche nach § 2303 BGB bestehen bleiben. Der Rechner erstellt keine persönliche Gestaltungsempfehlung.

Bestätigt der Erbfolge-Rechner meine Rechtslage?

Nein. Er zeigt eine Orientierung auf Basis deiner Auswahl. Adoption, Auslandsbezug, Verzicht, Ausschlagung oder bestehende Verfügungen können eine individuelle Prüfung erfordern.

Live · Sofort startklar

Testament jetzt erstellen

Individuell formuliert nach § 2247 BGB — ab 29,99 €.

Kein Account nötigBeim Kauf: 30 Tage Geld-zurück